Geschichte des Ortes Dingisweiler

Die alte Schule von Dingisweiler

(Nicht vollständige) Chronik Dingisweiler

Die Herrschaft Ronsberg als Reichsleben in Händen der Inhaber derMarkgrafschaft Burgau (ca. 1300 - 1805) - Neuverleihung von Ronsberg.

Gegen 1300 war Ronsberg infolge Aussterbens der bisherigen Lehensinhaber an das Reich zurückgefallen.

Der damalige Kaiser gab nun auch die stark zusammengeschrumpfte Herrschaft Ronsberg den Inhabern der Markgrafschaft Burgau zu Lehen. Die Markgrafen von Burgau starben aber auch aus; Mitglieder des Hauses Habsburg waren im Rahmen der sogenannten Hausmachtpolitik mit der Markgrafschaft Burgau belehnt worden. Schließlich wurden die Markgrafschaft Burgau und die Herrschaft Ronsberg nicht mehr als Reichs-, sondern als österreichisches Hausgut angesehen und behandelt. So blieb das bis 1805.

Burghüter

Auf die Burg Ronsberg setzten die Inhaber der Markgrafschaft Burgau Burghüter, Beamte. Die Burg konnte nun jederzeit versetzt werden, wenn Bargeld gebraucht wurde. Die Herrschaft Ronsberg umfaßte nur noch die Dörfer Ronsberg, Ober- und Unterweiler, Meuren, Zadels, Dingisweiler, Grub, Schochen, Buchstock, Neuenried, drei Güter zu Unterthingau, Güter zu Huttenwang, Salenwang und Wolfholz, alles "freieigen". Dazu kamen die Kemptischen Lehen Holzhai und Wolfs.
 
Die Herrschaft Ronsberg wird verpfändet

Eine Verpfändung änderte nichts an den Eigentumsrechten; nur die laufenden Einnahmen flossen in die Kasse des Pfandherrn. Die Bauern merkten von einer Verpfändung meist überhaupt nichts. 1362 ist die Herrschaft Ronsberg im Pfandbesitze eines burgauischen Dienstmannes, des Burkhart Ital v. Ellerbach (bei Ulm). Er versprach am 12. März dieses Jahres seinen habsburgischen Herren und deren Kanzler dem Bischof Johann v. Gruk (Kärnten, bei Klagenfurt), mit den
ihm verpfändeten Festen Ronsberg, Schelklingen (an der Donau), Weißenhorn (NU) und Buch (NU), außerdem mit 24 Behelmten ein Jahr lang gegen einen monatlichen
Sold von 15 Gulden für jeden von ihnen zu dienen (RB 9,56 - Brunner, Burgau II 36).

Pfandschaften wurden, wenn sie nicht eingelöst wurden, wie andere Vermögensstücke vererbt.
Ein Herr v. Ellerbach heiratete die Witwe des Berthold v. Stein zu Klingenstein (Landkreis Ulm). Bei der Vermögensauseinandersetzung erhielten ihre drei Söhne aus erster Ehe (Konrad Burkhard und Berthold v. Stein zu Klingenstein) die Burg Ronsberg mit Zugehörendem als österreichisches Pfand.

Herzog Leopold von Österreich schuldete nämlich der Familie v. Stein noch 2182 Gulden. Diese v. Stein werden nun in der Geschichte von Ronsberg eine Rolle spielen. Sie haben ihren Namen, und das muß ausdrücklich hervorgehoben werden, nicht von der nahen Burg Stein, sondern
vom Klingenstein. Ein Wolf v. Stein wurde nach der Eroberung Liebenthanns
im Städtekrieg 1390 durch Herzog Stephan von Bayern dessen Burgvogt daselbst (Baum.II 600).

Der oben erwähnte Konrad von Stein heiratete Anna von Ellerbach auf Kemnat (KF), welche ihm die Hälfte dieser Herrschaft in die Ehe brachte; er überließ einen Anteil aber seinem Schwager Ludwig v. Ben (Pienzenau).

Der ebenfalls oben schon genannte Berthold von Stein nahm seinen Wohnsitz auf Ronsberg.

Die Herren von Stein auf Ronsberg

Er trat in die Dienste des Herzogs Stephan von Bayern und dessen Brüder Friedrich und Hans. Die Schuld für seine geleisteten Dienste kletterte auf 1000 ungarische und böhmische Goldgulden empor. 

Da die Herzöge von Bayern nicht zahlen konnten, Versetzten sie dem Berthold von Stein das Umgeld (Getränkesteuer) von Landsberg am Lech. 1395 scheint sich Berthold mit dem Herzog Stephan überworfen zu haben.Gegen Erstattung der Kosten kam der Bischof von Augsburg dem Herzog zu Hilfe. Aber auch den Bischof konnte der Herzog nicht bezahlen. Der Kirchenfürst erhielt einen Schuldschein über 600 Gulden (fl.), weil er für uns gegen Berthold von Stein zu Ronsberg ausgezogen ist und auch für uns gewisse Schulden bezahlt hat, andernfalls unser Land und unsere Leute sich Angriffen und großen Schäden ausgesetzt hätten...